"Ich habe keine Ahnung, was morgen bringen wird, also möchte ich mich
darauf vorbereiten."

"Du fürchtest morgen -- und merkst nicht, dass gestern genauso gefährlich
ist."

Anthony de Mello, SJ

 

 

Die hier vorgestellte Übung kann in ALLEN Lebensbereichen angewendet werden:

 

Wenn Du Dich von lästigen Beschränkungen befreien möchtest (Krankheiten, Ungeliebtheit, Armut usw.), dann baue Deine Vergangenheit von der Gegenwart her neu auf. Der Kraftpunkt liegt immer im JETZT - in der Gegenwart.
Wie immer Deine Lebensumstände jetzt auch sein mögen, behandele die Vergangenheit einfach als eine Quelle des Reichtums, suche in ihr nach Erfolgen und entdecke an ihr das Gute.

Wenn Du Dich auf das konzentrierst, was falsch war, wirst Du blind für das Gute, und die Vergangenheit reflektiert dann nur noch die Mängel, mit denen Du es heute zu tun hast.
Andere, glückliche Erfahrungen werden für Dich dann buchstäblich unsichtbar. Da im Grunde Vergangenheit und Zukunft gleichzeitig ablaufen, baust Du Dir so auf eine sehr gefährliche Weise Deine Zukunft auf der gleichen verhängnisvollen Grundlage auf.

Zu irgendeinem Zeitpunkt hat der Mensch, der mit der Frage »Was fehlt mir?« umherirrt, aufgehört, sich auf das zu konzentrieren, was in bestimmten Bereichen seines Lebens stimmt, und hat begonnen, sich auf spezielle Mängel einzustellen und diese hochzuspielen. Mit der besten Absicht wird zwar nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, aber immer von der Voraussetzung ausgehend, daß etwas nicht in Ordnung ist.

Wird das dauernd praktiziert, so kann die Konzentration auf das Negative allmählich auf andere, vormals intakte Erlebnisbereiche übergreifen !

Du bist kein Opfer Deiner ehemaligen Glaubenssätze. Je früher Du anfängst, Dich nach Deinen neuen zu richten, desto besser.

Wenn Du arm bist und mehr Geld haben willst und versuchst, an künftigen Wohlstand zu glauben - während Dir die Armut noch ins Gesicht starrt -, so mußt Du in Deiner Gegenwart eine symbolische Handlung vollziehen, die zeigt, daß Du dazu bereit bist, eine Veränderung anzunehmen. So töricht das klingen mag, Du solltest etwas Geld wegschenken oder Dich auf eine andere Dir angemessene Weise so verhalten, als hättest Du mehr Geld, als Du tatsächlich hast. Du mußt nach Deinen neuen Glaubenssätzen leben, damit die neue Botschaft durchdringen kann.

Du trägst Deinen Glaubenssätzen folgend gewohnheitsmäßig ein bestimmtes Verhalten zur Schau. Wenn Du jetzt aufgrund eines bewußten Willensaktes einige dieser Gewohnheiten änderst, dann kommt Deine Botschaft an.

Die Initiative muß aber von Dir im HIER und JETZT ausgehen.

Auf eine sehr konkrete Weise bedeutet dies, dass Du Deinen Standpunkt und die gesamte Perspektive änderst, aus denen heraus Du Gegenwart und Vergangenheit und auch die Zukunft betrachtet hast.

Du mußt in Dich hineinhorchen und im Innern aufzuspüren versuchen, was Du Dir an positiven Erfahrungen wünschst.
Schaue Dir Deine Vergangenheit unter diesem Gesichtspunkt an. Stelle Dir die Zukunft vom Kraftpunkt dieser Deiner Gegenwart aus vor. Es ist nur natürlich, das Wünschenswerte im Gegensatz zu dem, was da ist, zu sehen, und allzuleicht, sich dann gleich entmutigen zu lassen.
Doch ein richtig genutzter Zeitraum von nur fünf Minuten kann Dir von großem Nutzen sein.

Konzentriere Dich während dieser Zeit auf die Tatsache, daß der Kraftpunkt hier in der Gegenwart liegt. Empfinde dies als Gewißheit und lege Nachdruck darauf, daß Deine emotionalen, geistigen und psychischen Fähigkeiten im Fleisch zentriert werden, und richte dann fünf Minuten lang Deine ganze Aufmerksamkeit auf das, was Du Dir wünschst. Formuliere im Geiste Deine Wünsche und stelle Dir bildhaft den Zustand ihrer Verwirklichung vor.

Setze alle Deine Energie und Vorstellungskraft ein.
Dann vergesse alles.
Prüfe nicht nach, ob es wirkt.
Nur sorge dafür, daß während der Übung Deine Absichten klar und eindeutig sind, und mache nach der Übung auf irgendeine Weise, Deiner individuellen Lage entsprechend, eine Geste, die handlungsmäßig auf der Linie Deines Wunsches liegt. Das kann eine ganz simple Handlung sein.

Fühlt sich jemand einsam und ungeliebt, so kann sie einfach darin bestehen, daß er einem anderen zulächelt. Ist jemand arm, so kann er zum Beispiel einen gewünschten Gegenstand kaufen, der vielleicht einen Deut mehr kostet, als Du hast ausgeben wollen. Tue es in dem Vertrauen, daß die Mehrkosten irgendwie wieder hereinkommen werden; wichtig ist dabei nur zu handeln, als ob Du mehr hättest, als Du in Wirklichkeit im Moment hast.

Auf die Gesundheit übertragen heißt das, daß Du Dich einmal täglich auf eine Dir mögliche Weise so verhältst, als wärest Du nicht krank.

Der Glaube an die Gegenwart, fünf Minuten lang in der empfohlenen Weise verstärkt, kann manchmal zusammen mit einer solchen Handlung des Als-ob buchstäblich Wunder wirken.

Wirkungen können jedoch nur dann eintreten, wenn Du aufhörst, in der Vergangenheit nach »dem, was nicht stimmt«, zu fahnden und so Deine negativen Erfahrungen nur verstärkst.

Das gleiche Prinzip kann in allen Lebensbereichen angewendet werden.

 

Quelle: Jane Roberts / Seth / Die Natur Der Persönlichen Realität