Ein Kurs in Wundern - Anwendung und Praxis
 

Wenn dies alles ein Traum oder eine Illusion ist oder ein Drehbuch, das bereits geschrieben ist, welche Rolle spielt es dann noch, was ich mit meinem Leben mache?

Während Ein Kurs in Wundern auf einer Ebene tatsächlich lehrt, daß diese Welt eine Illusion ist und unsere Erfahrungen hier in Wahrheit Halluzinationen sind, versichert uns Jesus auf einer anderen Ebene, daß »es fast unmöglich ist, seine [des Körpers] Existenz in dieser Welt zu verleugnen. Wer das tut, läßt sich auf eine besonders unwürdige Form der Verleugnung ein« (T-2.IV.3.10-11). Da es unser falschgesinnter Geist war, der das Drehbuch unserer vielen »Leben« im Wahnhologramm des Hasses schrieb, folgt daraus, daß die Absicht des Ego darin besteht, den Glauben an die scheinbare Wirklichkeit unserer Erfahrung hier zu verstärken, die der Ausdruck des Glaubens an die Wirklichkeit unserer Trennung von GOTT ist. Nichts dient dieser Absicht besser als der Abwehrmechanismus der Verleugnung, der die Gedanken von Schuld und Angst so unannehmbar wirklich macht, daß sie verdrängt werden müssen und niemals mehr angeschaut werden dürfen.
Dies stellt sicher, daß der Gedanke der Trennung im gespaltenen Geist wirklich bleibt, »geschützt und sicher« vor dem HEILIGEN GEIST.

In Ein Kurs in Wundern wird uns gezeigt, daß wir zwischen zwei Möglichkeiten wählen können, in dieser Traumwelt zu leben, was die einzig echte Wahlmöglichkeit ist, die uns innerhalb des Traums bleibt. Wie wir bereits an früherer Stelle sagten, lehrt der Kurs, daß wir einen gespaltenen Geist haben, der aus drei Teilen besteht: 1. dem falsch¬gesinnten Geist, der das Egosystem aufrechterhält; und auch wenn es so scheint, als hätten wir Wahlmöglichkeiten innerhalb des falschgesinnten Geistes, sagt Jesus eindeutig, es sei wahnhaft und eine Selbsttäuschung zu glauben, daß es im Denksystem des Ego eine Wahl gäbe; 2. dem rechtgesinnten Geist, der die Wohnstatt des HEILIGEN GEISTES ist und eine Berichtigung für jeden fehlerhaften Gedan¬ken und jede Fehlschöpfung des Egosystems enthält; und 3. dem Teil des Geistes, der zwischen dem Ego und dem HEILIGEN GEIST wählt und den wir als Entscheider bezeichnen. Daher besteht unsere einzig wirkliche Wahl und Freiheit innerhalb des illusorischen Traums der Trennung darin, unsere Rechtgesinntheit zu wählen und zuzulassen, daß unsere Falschgesinntheit aufgehoben wird. (…)
Folglich lehrt uns Ein Kurs in Wundern, daß der einzige Sinn, den diese Welt hat, darin besteht, daß wir das Dreh¬buch der Vergebung wählen. Der HEILIGE GEIST bietet uns für die Alpträume des Ego von Schuld und Angriff eine Berichtigung an, bei der die Welt zu einer Schule wird, in der wir die Lektionen der Vergebung lernen können. So wird die Schuld aufgehoben, die wir gemacht haben (…).
Einfach den Phantasien des Ego nachzugeben mit der Rechtfertigung, »es spiele sowieso keine Rolle«, würde diesen Wünschen Wirklichkeit verleihen (warum ihnen sonst nachgeben?) und den Menschen noch fester im Schuldtraum des Ego verankern. Ein solches Sichgehenlassen könnte im Ausagieren verdrängter Wünsche wie Mord, Diebstahl, Betrug, Wut, sexueller Ausbeutung und ähnlichem bestehen oder auf der anderen Seite darin, daß man Gedanken von Sinnlosigkeit, Depression und sogar Selbstmord nachhängt. Und so kann die obige Frage: »Welche Rolle spielt es noch, was ich mit meinem Leben mache?« von einem völlig anderen Blickwinkel her verstanden werden. Von diesem Blickwinkel aus kommt unserem Leben große Bedeutung zu, denn er besagt: »Ich muß eine Entscheidung treffen: Welchem Traum will ich folgen? Welchem Traum will ich treu sein?«
Zusammengefaßt heißt das also, daß auf der metaphysischen Ebene alles, was wir tun - ganz zu schweigen von unserer persönlichen Identität -, eine Illusion ist. Auf der Ebene des Traums jedoch, in dem wir zweifellos zu sein glauben, kommt es auf unser jeweiliges Leben ausgesprochen an, nicht so sehr auf das, was wir tun, sondern mit wem wir es tun. Nur wenn wir uns für Jesus oder den HEILIGEN GEIST als Lehrer, Führer und Freund entscheiden, können wir die Ursache dafür aufheben, daß wir immer noch schlafen und Träume träumen, die im Glauben wurzeln, die Trennung von unserer QUELLE und voneinander sei wirklich. Wir können nicht das Drehbuch verändern, das bereits geschrieben und wieder aufgehoben worden ist. Aber wir können vom Drehbuch des Ego zum Drehbuch des HEILIGEN GEISTES wechseln. Uns dabei zu helfen ist der Zweck von Ein Kurs in Wundern.
~ aus dem Buch "Der Himmel hat kein Gegenteil" - Kenneth Wapnick
 

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